Kleiner Waffenschein - Welche Waffen erlaubt / verboten

Hier findest Du wichtige Informationen zu Deinem kleinen Waffenschein

Kleiner Waffenschein – Welche Waffen erlaubt / verboten? Seit einigen Jahren nimmt die Nachfrage nach Waffen in Deutschland stark zu. Das deutsche Waffengesetz gilt jedoch im internationalen Vergleich als streng. Trotzdem gibt es in Deutschland 5 Millionen legale, meldepflichtige Waffen im Privatbesitz. Viele ungefährlichere Waffen bleiben unter dem Radar. Für diese Waffen wird meist der kleine Waffenschein benötigt, um ein entsprechendes Führungsrecht für sich zu beanspruchen. Dieser Waffenschein ermöglicht das Tragen sogenannter SRS-Waffen mit einem PTB Siegel. Durch den Erwerb eines kleinen Waffenscheins, wird also nicht der Erwerb, sondern lediglich das Führen der Waffen ermöglicht. Elektroschocker und Reizstoffsprühgeräte benötigen gar keinen Waffenschein. Das Tragen tödlicher Pistolen, Gewehren und einigen anderer Waffen bleiben Menschen mit vollem Waffenschein oder Jagdschein vorenthalten. Einen kleinen Waffenschein zu beantragen, geht mit stark variierenden Kosten je nach Ort einher.

Kleiner Waffenschein – Welche Waffen erlaubt / verboten?

Was macht der kleine Waffenschein?

Der kleine Waffenschein berechtigt das Führen bestimmter Waffen. Dabei sagt der kleine Waffenschein nichts über eine Besitzberechtigung aus. Unter dem „Führen“ einer Waffe ist das Mitnehmen in die Öffentlichkeit zu verstehen. Die Waffen, die der kleine Waffenschein einen berechtigt zu tragen, sind ausschließlich Waffen, die grundsätzlich für die volljährige Bevölkerung zugänglich sind. Somit ermöglicht der kleine Waffenschein das Führen von sogenannten „freien Waffen“, welche unter den Kategorien Schreckschusswaffen, Reizstoffwaffen und Signalwaffen zusammengefasst werden können. Große Messer, Schwerter und dergleichen sind von diesem Schein nicht betroffen und bleiben illegal.

Das Waffengesetz unterscheidet nicht zwischen verdecktem („sealed carry“) und offenem Führen („open carry“), was bedeutet, dass jede Führungserlaubnis das offene Tragen der Waffe gestattet. Das Führen einer Waffe erfordert gesetzlich, zum Zeitpunkt des Tragens, den besagten Waffenschein mitsamt Pass oder Personalausweis jederzeit einem befugten Beamten zur Kontrolle übergeben zu können. Diese sind somit stets mitzunehmen. Ein Verstoß hiergegen kann zu einem Bußgeld von bis zu zehntausend Euro führen. Die Waffen dürfen auch nicht zu öffentlichen Veranstaltungen mitgenommen werden. Das gilt beispielweise für Festivals, Sportveranstaltungen, Kinos, Jahrmärkte, Karneval, aber auch Demonstrationen und viele weitere Veranstaltungen.

Was sind Schreckschusswaffen?

Schreckschusswaffen ähneln oft tatsächlichen Pistolen oder Revolvern. Diese Nachbildungen verschießen keine Projektile. Schreckschusswaffen beschränken sich stattdessen auf das Abfeuern von Reizgas und Kartuschenmuniton. In der Regel besitzen sie einen Gaslauf mit Sperren oder Ähnlichem. Diese verhindern das Abschießen von Projektilen. Dafür können Leuchtsignale, Blitzknallsätze und Vogelschreckpatronen verschossen werden. Zudem werden derartige Waffen auch für die Verwendung von gewisser Pyrotechnik gebraucht.

Dabei werden unterschiedliche Kaliber produziert. Größen von .315, .320, bis hin 6 mm sind üblich. Waffen mit einem Kaliber von 8 mm werden in Deutschland nicht mehr zugelassen. 9 mm werden vor allem für Reizgas und Pfeffer verwendet. Hierbei gilt die Farbkodierung: Braun und Rot stehen für Pfeffer, Gelb für Reizgas und Grün für Knall. Signalpistolen schießen Leuchtpatronen oder akustische Signale. In der Schweiz werden sie auch als Raketenpistolen bezeichnet. In der Regel verschießen diese Schusswaffen nur eine einzelne Patrone. Es gibt jedoch auch zweiläufige Varianten, neben dem einläufigem Standard.

Unterschiede zum Jagdschein und „großen“ Waffenschein?

Der richtige Waffenschein sowie auch der Jagdschein sind deutlich schwerer zu erlangen. Mit diesen Scheinen ist es möglich, an halbautomatische Kurz- oder Langwaffen zu gelangen. Auch für Einzellader- und Repetiergewehre sowie Flinten gelten diese Scheine. Als Jäger ist es zudem noch möglich auf Druckluftwaffen mit über 7,5 Joule zurückzugreifen.

Wofür brauche ich einen kleinen Waffenschein?

Einige Waffen sind in Deutschland auch ohne Waffenschein zugänglich und davon dürfen einige auch geführt werden. Elektroschocker beispielsweise dürfen von jedem volljährigen Deutschen geführt werden. Dies gilt allerdings nicht für Distanz-Elektroimpulse wie Taser. Reizstoffsprühgeräte und CS-Gas sind ebenso erlaubt. In allen drei Fällen muss das jeweilige Produkt mit einem PTB Prüfzeichen ausgezeichnet sein. Andere Waffen sind an sich zwar nicht verboten, dürfen jedoch nur auf „befriedetem Besitztum“ geführt und benutzt werden. Darunter ist ein abgesperrter Ort zu verstehen, der vor dem Eindringen dritter, unbefugter gesichert ist. Dies gilt für Softairwaffen und Druckluftwaffen. Bis zu 0.5 Joule können diese von Übervierzehnjährigen verwendet werden. Waffen bis zu 7,5 Joule wie Freizeitluftgewehre oder Paintballmarkierer erfordern Volljährigkeit. Auch ein kleiner Waffenschein ermöglicht hier nicht das Führen solcher Waffen im öffentlichen Raum.

Was ist die PTB?

PTB steht für die Physikalische-Technische Bundesanstalt. Das ist das nationale Metrologie Institut der Bundesrepublik Deutschland, welches wissenschaftlich-technische Dienstleistungsaufgaben übernimmt. Sie vergibt das PTB-Prüfsiegel, um Waffenmodelle einzusortieren und Qualitätsstandards zu prüfen. PTB Waffen sind an dem PTA- oder PTB-Beschusszeichen zu erkennen. So gibt es zum Beispiel für Luftdruckwaffen ein F im Fünfeck. Erlaubte Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen werden mit den Buchstaben P, T und B, sowie fünf Punkten in einem Kreis ausgezeichnet. Dieses Zeichen wird bereits seit 1969 vergeben.

Legale Schreckschusswaffen werden an diesem Prüfsiegel erkannt. Dieses wird auf den Verschluss eingeprägt. Eine solche Waffe ohne das PTB-Siegel gilt als scharfe Schusswaffe. Unerlaubter Besitz einer solchen Waffe ist illegal und wird bestraft. Der Erwerb, Besitz und Transport einer Waffe mit diesem Siegel ist grundsätzlich legal. Wer eine Schreckschusswaffe außerhalb des eigenen Privatgrundstücks führen möchte, muss dann besagten kleinen Waffenschein beantragen.

Wann sind die Waffen nutzbar?

Im öffentlichen Raum sind diese Waffen nicht zu benutzen. Gemäß § 12 Abs. 4 des Waffengesetzes gibt es jedoch ein paar Ausnahmen. Dazu gehören Notwehr und Notstand, das Verwenden von Signalwaffen bei Not- und Rettungsübungen (zum Beispiel für Seefahrer), auf bestimmten Theateraufführungen, zum Feuern von Signalen bei Sportveranstaltungen, zum Vertreiben von Vögeln in landwirtschaftlichen Betrieben oder im befriedeten Besitztum mit Kartuschenmunition. An Silvester gelten dieselben Regeln wie zu allen anderen Zeiten im Jahr. Nur auf befriedetem Besitztum bei Genehmigung des Eigentümers und auf dem eigenen Grundstück ist das Schießen erlaubt.

Was sind die Kosten für den kleinen Waffenschein?

Wer volljährig ist und ein sauberes Führungszeugnis hat, kann einen kleinen Waffenschein beantragen. Dabei gibt es keine Regelungen vom Bund, was die Kosten betragen müssen. Deshalb können die Preise von 30€ bis zu 150€ schwanken.

Kleiner Waffenschein - Welche Waffen erlaubt / verboten?

Stab-Elektroschocker | © Bildagentur PantherMedia / cristi180884